Angsttagebuch

Sonnenstich, etwas nicht vertragen, nochmals Magendarmvirus? Mein Gedankenkarussell bekam eben wieder ordentlich Schwung, als der Mittlere über Bauchweh klagte. Keine halbe Stunde später musste er erbrechen. In mir brodelt es, der Puls rast. Die Angst sitzt mir als Kloss im Hals, im Magen, im Kopf. Ich mag das nicht mehr. Suche nach einem Ausschalter. Kann nicht klar denken. Oder klar handeln. Ich will weg. Aber wohin? Die Angst ist in mir. Ich werde sie nicht los. Ich versuche mich nicht gegen sie zu stellen, das würde alles nur noch schlimmer machen. Ich soll sie als Freund, nicht als Feind betrachten. Aber wie kann ich etwas annehmen, was ich am liebsten auf der Stelle los werden möchte? Angst ist menschlich. Angst ist normal. Sie schützt uns, beschützt uns. So steht es in ihrer Definition. Aber was ist schon Theorie gegen Praxis? Wovor will mich meine Kotzangst schützen? Warum habe ich diese Scheissangst überhaupt? Dürfte ich nicht eine andere Phobie wählen? Spinnen, Angst, von einer Ente beobachtet zu werden etc.

Die Ursache werde ich wohl nie vollständig ergründen. Es gibt einige Faktoren, die dazu beitragen. Es sind viele private Dinge, die ich durch Therapiestunden aufarbeite, verarbeite, um zu lernen damit zu leben. Aber Erinnerungen sind wie Angst, sie lassen sich nicht so einfach abstellen.

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