Hulftegg – again

Gestern ergab sich nochmals die Möglichkeit, am Nachmittag eine Runde auf dem Rennrad zu drehen. Erst wollte ich bis Rapperswil an den See, aber irgendwie kam mir die Strecke zu öde vor, also bog ich in Steg kurzentschlossen und frohen Mutes wieder nach links zur Hulftegg ab. Ich nahm mir vor, langsam und gleichmässig zu fahren. Nicht die Geschwindigkeit zählt, sondern die richtige Einteilung der Kräfte. Und der Kopf. Der meinte: anhalten, das packst du nicht, umkehren. Aber das sähe ja dann auf Strava bzw. Komoot doof aus, wenn ich am halben Berg wieder umdrehe. Gar keine Option. Gar keine! Ich versuchte mich auf ein gleichmässiges Kurbeln zu konzentrieren, die Gedanken schweiften dann auch irgendwann ab, ringsherum war ja tollste (Weit-)Sicht zum Bestaunen. Nur rissen mich die blöden Motorräder aus dem Tritt, weil sie so schnell von hinten anbrausten, dass ich jedesmal erschrak. Auf knapp 1.5km vor der Passhöhe musste ich dann doch pausieren, drei Minuten lang tief durchatmen. Ein anderer Gümmeler rief mir schon von weiter unten zu, ob alles ok sei. Man grüsst sich eben nicht nur gegenseitig, sondern sorgt sich auch. Ich bejahte und meinte, dass ich nur eine kurze Verschnaufpause brauchte, schwang mich aber, kaum war er vorbei, grad wieder in die Pedalen und schaffte den Rest an einem Stück.

Mitunter fragt man sich ja schon, warum tu ich mir das jetzt an und quäl mich den Berg hinauf? Weil ich es kann? Weil es Glückshormone durch den Körper schiessen lässt, wenn man die Passhöhe erreicht? Weil man nur an sich selber glauben muss und man merkt, dass man viel mehr schaffen kann, als man zu denken vermag? Weil’s einfach geil ist, oben zu stehen und sich zu sagen, hey ich bin hier aus eigener Muskelkraft hochgekommen? Und weil’s noch geiler ist, auf der anderen Seite in den Kurven hinunterzufräsen! Die Hulftegg-Runde ist schon jetzt mit einer meiner Lieblingstouren.

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