Auszeit in Kopenhagen Teil 4

Da die Füsse unter den vielen Erkundungstouren arg gelitten haben und das heutige Ziel etwas stadtauswärts liegt, entscheiden wir heute wieder die Räder zu mieten. Natürlich starten wir erneut im Morgenverkehr… Aber je weiter wir aus dem Zentrum fahren, desto ruhiger wird der (Rad-)Verkehr. Der Weg führt ziemlich gerade aus, am Zoo ein kleiner Berg, Hügel, leichte Erhebung wie wir es hierzulande nennen würden. Der starke Gegenwind zwingt mich zum Schieben und meine Bronichien sind seit meiner Corona-Erkrankung noch nicht ganz erholt, was mich schnell aus der Puste kommen lässt. Aber so ist mehr Zeit sich die Gegend anzuschauen. Gemütlich erreichen wir nach etwa 15 Kilometern unser Ziel in Albertslund: das Statsfængslet i Vridsløselille. Jenes Gefängnis, in dem Egon Olsen so oft einsitzen musste. Seit 2016 ist es dauerhaft geschlossen und steht nun einem grossen Umbau bevor. Bis 2030 entsteht ringsherum ein völlig neuer Stadtteil. Dabei sollen bis zu 1600 Wohnungen gebaut werden. Ein Teil der Gefängnismauern wird verschwinden, der Hof mit dem markanten grünen Tor soll jedoch bleiben. Leider war bei unsrem Besuch das Gefängnismuseum bereits geschlossen, die letzte Führung über das gesamte Areal war noch bis vor einer Woche vor unserer Ankunft.

Nach einer kurzen Pause vor Ort – leider gibt es sonst keinerlei Hinweise hier über die Olsenbande – auch das Strassenschild “Egon Olsen Vej” hat wohl jemand geklaut – machen wir uns auf dem Rückweg. Vorbei durch die Stadtviertel Glostrup (wo Schauspieler Nikolaj Lie Kaas geboren wurde – Sohn des Schauspielers Preben Kaas, Olsenbandenfans besser bekannt als Dynamit Harry), Rødovre (Brigitte Nielsen kam hier u.a. auf die Welt) Frederiksberg mit dem Zoo (wieder am “Berg” schiebend) ins Zentrum zum Hotel.

Nach einer kurzen Rast in unserer Herberge ist es Zeit für etwas Kulinarik. Bereits vorgemerkt war Lillians Smørrebrød quasi zwei Strassen um die Ecke, das wir an unserem ersten Abend in Kopenhagen auf unserer Nachtrunde entdeckten. Wir kommen kurz vor Ladenschluss und ergattern zu unsrem Glück die beiden letzten Smørrebrød – sooo fein und das Personal mega freundlich. Aber das sind sie wirklich die Dänen!

Lillians Smørrebrod
Lillians Smørrebrød

Nach unserer Stärkung laufen wir via Bryghusgade nach Slotsholmen, einer Insel in Kopenhagen, die durch acht Brücken mit dem Rest der Stadt verbunden ist. Hier bedinden sich die Köngliche Bibliothek (im Schwarzen Diamant), die alte Börse, das Kriegsmuseum sowie Schloss Christiansborg, das wir bereits erwähnt alle drei Staatsgewalten des Landes unter einem Dach vereint.

Danach stürzen wir uns in die Strøget und lassen uns der langen und breiten Fussgängerzone treiben.

Den letzten Abend lassen wir am Kanal ausklingen. Diesmal auf der Sonnenseite nahe Havnebadet Islands Brygge. Irgendwie fühlen wir uns nun endlich in der Stadt angekommen, aber schon morgen heisst es Abschied nehmen von dieser tollen Perle im Norden. Für den Rückweg ins Hotel nehmen wir einen Umweg in Kauf, laufen entlang des Kanals vorbei an der Gemini Residence, überqueren das Wasser über Bryggebroen, kommen vorbei am grossen Shoppingcenter Fisketorvet und radeln noch ein Stück entlang der Kalvebod Brygge bis wir links Richtung Hotel abbiegen. Das war also der letzte Abend, morgen werden wir zurück nach Berlin fliegen…

 

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