Schlagwort: Deutschland

Kettensägenkunst im Erzgebirge, sonst wird ja eher mit dem Messer geschnitzt. Hier in Blockhausen bei Mulda setzt man eben auf Maschinen und fertigt so manches Wunderwerk an. Vom Parkplatz aus läuft man gemütlich durch den Wald hinauf, am Wegesrand die ein oder andere Figur, man muss aber schon etwas aufmerksam sein. Auf halber Strecke laden ein Kiosk sowie toller Abenteuerspielplatz zum Verweilen ein.

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Unschwer zu erkennen, wir waren u.a. in Seiffen um dort auf der Sommerrodelbahn ein paar Runden zu drehen. Während der Grosse alles auf Bild festhielt (neben seinen geliebten Windrädern), gab es für den Mittleren kein Halten. Auch die Jüngste fuhr einige Male. Beim nächsten Mal lösen wir besser das 10er Abo. Die Bahn verdiente an diesem Tag gut an uns…

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1780 Kilometer Fahrt liegen hinter uns, Anfahrt, Herumfahrt, Heimfahrt. Windräder, Käsekuchen, Minisalami, Spreewälder Gurken, deutsches Roggenbrot, Freiberger Bier, mit der Kettensäge bearbeitete Holzfiguren, Sandmann auf der Burg, Kaffee im Wald, das Erzgebirge in Miniatur und exzessives Sommerrodelbahnfahren, viel Kaffee, noch mehr Kuchen. Wahrscheinlich +5kg auf der Waage. Jetzt heisst es erstmal wieder in Heimat#2 ankommen, den Alltag wiederfinden und Bilder sichten.

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Die Herbstferien verbrachten die Kids und ich in meiner alten Heimat. Die Fahrt ist immer mühsam, drei grössere Staus, etliche Baustellen, knapp 670km Reiseweg vor uns. Nach etwa 2/3 der Strecke machten wir wie so oft Halt im fränkischen Pettstadt. Hier gibt es einen kleinen aber feinen Hofladen angeschlossen an ein Cafè, in dem es wirklich guten Kaffee und schmackhafte selbstgemachte Torten zu fairen Preisen gibt.

Der Grosse war dann unterwegs meist mit dem Bestaunen der vielen Windräder beschäftigt. Das musste er natürlich festhalten.

Im Sachsenlande gab es neben Verwöhnprogramm im Elternhaus auch wieder einige touristische und kulinarische Highlights. Für den Mittleren war sein Höhepunkt der Besuch im Freiberger Silberbergwerk Reiche Zeche. Zusammen mit dem Opa ging’s zu dritt in 150m Tiefe. Die Fahrt mit dem Förderkorb dauerte übrigens knapp 90 Sekunden, in Dunkelheit wohlgemerkt. Der Grosse hatte ja bereits bei einem ersten Versuch im Vorjahr Angst bekommen und warte zusammen mit Oma und der Jüngsten über Tage, während wir die alten Stollengänge erkunden durften. Vor lauter Faszination kam ich aber kaum zum Fotografieren…

Soviel Mut brauchte natürlich Belohnung und so steuerten wir die Freiberger Altstadt und dort das Kaffeehaus Hartmann an.

Mit dem Sightseeing ging es die folgenden Tage weiter. Mit kleineren Umwegen – Baustellen bedingt – fuhren wir das Erzgebirge hinauf nach Neudorf. Nach einem Besuch im Suppenmuseum besuchten wir die Räucherkerzenwerkstatt von Karzl. Hier ist der Besuch in der Löffelstube ein Muss! Eine durch und durch urige Gastwirtschaft mit feinster erzgebirgischer Küche. Und der Kaffee mundet auch!

Zwischendurch gönnten wir uns einen Shoppingtag in Chemnitz. Die Jungs bestaunten unter anderem den Nüschl, ich fluchte über die Parksituation (schlimmer als Zürich ohne Scheiss!)

Im Heimatstädtchen unternahmen wir auch manche Erkundungstour. Ich zeigte meinen Kids meine alte Schule, wir entdeckten einen (für uns) neuen Spielplatz, den wir gleich mehrmals aufsuchten, liessen alle Haare und betatschten eh es wieder in Heimat #2 ging beinahe die riesigen Windräder.

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Die vergangene Woche gab’s ein Gross-Ereignis, fast schon im wahrsten Sinne des Worte 😉 Ich hatte meine erste Darmspiegelung. Bei mir streikt die Verdauung schon seit Jahren, meine Hausärztin hatte zu dieser Untersuchung geraten, um noch ein paar Dinge auszuschliessen. Die Angst vorher war riesig, das Gegoogle über das Prozedere ebenso (ich weiss, sollte man lieber lassen) und am Ende war alles halb so schlimm. Lediglich das Trinken von 2 Liter Moviprep brachte mich etwas an meine Grenzen des Erträglichen. Von der eigentlichen Untersuchung bekam ich dank Propofol nichts mit, durfte dafür ein Weilchen tief und entspannt schlummern. Der Mann holte mich anschliessend ab, ich mit breitem Grinsen von einem Ohr zum anderen. Lag wohl noch an den Wirkungen des Schlafmittelchens aber auch an der Diagnose. Alles in Ordnung. Der Gastroenterologie diagnostiziert Reizdarm, weil auch all die anderen Symptömchen passen. Er rät zur Ernährung nach dem FODMAP-Prinzip. Kein Roggen, Weizen, Gerste, Zucker und all die anderen blähenden Sachen. Da ist man schnell mal eingeschränkt beim Einkauf. Wenigsten stehen Käse und Rotwein auf der grünen Liste 😉

Ansonsten verbrachten wir viel Zeit in der Badi. Die Jungs wie gehabt mehr unter als über Wasser, Fräulein K3 paddelt mit ihren Schwimmflügeli auch schon im “tiefen” Nass herum, die Pommes in der Badi schmeckten mal besser, das Glace hat preislich ganz schön angezogen. Am Samstag blieben wir bis 21Uhr – Sommerfest mit DJ in der Badi. Die Älteren wackelten mit ihren Fudis zu Oldieschlagern, die Jugend gröhlte bei den heutigen Hits mit. Da merkt man schnell, zu welcher Altersgruppe man gehört.

Auf meinen Touren am Morgen beobachte ich derzeit immer mehr Igel. Anfangs rannten sie weg, mittlerweile bleiben sie brav zum Ablichten stehen 😉 Die Jungfüchse zeigten sich die Woche auch wieder und spielten zu dritt auf der Strasse. Da wartet man gern und schaut dem Treiben vergnügt zu.

Während sonst in den Sommermonaten vor allem zur Ferienzeit eher Flaute herrscht, habe ich derzeit gut zu tun: Zwei kurzweilige Fotoshootings eines davon am Rhein – quasi mit einem Bein im Deutschen und einem in der Schweiz – und eines am hiesigen Brauiweiher. Es empfiehlt sich zum Fotografieren genau zu schauen, wo man sich hinsetzt. Ameisenhügel sind da weniger geeignet…

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Eine Woche Berlin liegt hinter uns. So schnell vorbei. Zack peng bumm. Die Kids wollten gar nicht heim, sie fanden die Grossstadt so richtig dufte. (Wir haben allesamt die Idee eines Zweitwohnsitzes…) Grosse Begeisterung gab es seitens der Buben vor allem im Lego-Stores inklusive Sackgeld in Plastiksteinchen umtauschen. Ich dagegen hatte den grössten Fetz bei Madame Tussauds. Toll ebenso der Ausflug auf dem Fernsehturm trotz zweistündiger Wartezeit, aber die Fahrt nach oben ging rasant (Wen es interessiert 6m pro Sekunde, huiiii!) Ich bin ja immer noch der Meinung, dass man merkt wie der Turm schwankt. Und das lag nicht am Berliner Bier!!! Kulinarisch hauten wir natürlich auch auf die Pauke. Dreimal Currywurst mit Pommes in der Woche kann man schon mal machen. Die Kalorien liefen wir mit unsren Sightseeingtouren locker wieder ab. Da kamen schnell 16.000 Schritte und mehr an einem Tag zusammen. Und wenn nicht zu Fuss dann per Velo. Dank geht da an meinen Cousin, seines Zeichens Sammler allerlei DDR-Reliquien darunter auch ein Klappfahrrad. Gott, so eines besass ich einst in blau! Vor gefühlt 30 Jahren! Aber das Fahren verlernt man nie, auch nicht mit dem Klapprad. Herrlich unsre kleine Tour entlang der Schönhauser Allee, Mauerpark, Bösebrücke. Und Stopp bei Konnopke. Currywurst die Vierte.

Berlin, wir kommen sicher wieder! Eine Stadt mit so viel Geschichte, alte Bausubstanzen, neue Betontempel, Orte der stillen Momente, Orte des Trubels, ruhige Oasen, laute und dreckige Strassen. Vor 14 Jahren hast du mir nicht als Stadt gefallen, damals hätten mich meine Wege beinahe an die Spree geführt. Heute gefällt mir die Stadt zwar besser, aber es war dann doch wieder schön in die Schweiz nach Hause zu können.

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Das Herz hängt noch in der alten Heimat, der Kopf versucht sich zu ordnen. Die gemachten Bilder müssen noch etwas warten. Die Jungs hatten Freude, endlich wieder deutschen Käsekuchen geniessen und Windräder aus nächster Nähe bestaunen zu dürfen. Die Kleinste traf zum ersten Mal auf die Uroma. Schön war es, wenn auch zu kurz. Sobald ich mich wieder in meinem Alltag eingefunden habe, gibt es hier mehr zu lesen über unsre Kurzferien im Sachsenlande.

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